Der jüdische Friedhof in Mannheim

Leseprobe

Geleitwort

Bet olam – Haus der Ewigkeit werden die jüdischen Friedhöfe genannt. Aus dem Namen können wir erkennen, dass ein Grab für die Ewigkeit, unvergänglich und nicht antastbar ist. Die Ruhe des Toten darf nicht gestört werden, deswegen ist eine Umbettung des Toten oder die Auflassung eines Grabes nicht erlaubt. Der jüdische Friedhof wird auch als Bet ha chajim – Haus des Lebens bezeichnet. Damit wird der Glaube zum Ausdruck gebracht, dass beim Erscheinen des Messias die Toten wieder zum Leben erweckt werden.

Der Messias erscheint in Jerusalem. Das ist mit ein Grund, warum die Toten mit den Füßen in Richtung Jerusalem beigesetzt werden. Da die Toten wieder zum Leben erweckt werden, sollen sie so in das ewige Leben übertreten, wie Gott sie geschaffen hat. Aus diesem Glauben ist das Verbrennen der Verstorbenen im Judentum verboten.

Einhaltung der Traditionen und die damit verbundene Erinnerungsarbeit sind im Judentum sehr bedeutsam. Der Friedhof ist ein Ort der Erinnerung. Die Verstorbenen sollen und dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Nach jüdischem Verständnis endet die Heiligkeit des Menschen nicht mit dem Tod, die Bedeutung des Friedhofes wird mit der Bedeutung einer Synagoge als heiliger Ort gleich gesetzt.

Die Nachkommen und nahen Verwandten der Verstorbenen besuchen das Grab nicht häufig, mindestens aber an dem Sterbetag des Betroffenen. Damit weisen sie dem Toten die Ehre und behalten ihn in guter Erinnerung.

Ich danke Volker Keller für die Initiative und Herausgabe dieses Buches, das dazu dienen soll, den Jüdischen Friedhof Mannheim und die dort beigesetzten Verstorbenen nicht zu vergessen. Ich wünsche allen Lesern dieses hervorragenden Buches ein langes Leben, ad mea wa esrim, bis 120.

Majid Khoshlessan
1. Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Mannheim

 

Preface

“Bet olam” (house of eternity) is the name given to Jewish cemeteries. As the name indicates, a grave is meant for eternity; it is everlasting and sacrosanct. The repose of the deceased must not be disturbed, which is why it is not permitted to move the deceased or transfer ownership of a grave. The Jewish cemetery is also referred to as “Bet ha chajim” (house of life). This expresses the belief that, when the Messiah comes, the dead will be resurrected.

 The Messiah is to appear in Jerusalem. This is one reason why the dead are laid to rest with their feet facing Jerusalem. As it is believed that the dead will be resurrected, they are to enter into eternal life as God created them. This belief is the reason that cremation of the dead is prohibited in Judaism.

Observing the traditions and the associated remembrances are very important in the Jewish faith. The cemetery is a place of remembrance. The deceased should not and must not be forgotten. According to the Jewish understanding, human sanctity does not end with death; the cemetery is equally as important as the synagogue as a holy place.

The descendants and close relatives of the deceased do not visit the grave often, but they do so on the anniversary of their death, at the least. In this way, they honour the dead and remember them with fondness.

I would like to thank Volker Keller for initiating and publishing this book, which serves to ensure that Mannheim’s Jewish cemetery and those buried there are not forgotten.

I would like to wish everyone reading this outstanding book a long life, “ad mea wa esrim” (may you live to be 120).
Majid Khoshlessan
President of the Jewish community in Mannheim

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